Presseberichte

Neues Leben für historische Brunnen

Vom "Brunnen vor dem Tore" singt ein altes Volkslied und meint damit nicht alleine die Wasserstelle, die in früheren Zeiten anstelle der heutigen Wasserleitungen für die Versorgung ganzer Dörfer mit dem frischen Nass zuständig war. Brunnen waren nämlich viel mehr: Treffpunkte, Plätze zum Austausch von Nachrichten und Dorftratsch oder einfach nur ein Ort, an dem es sich an warmen Tagen wegen der Nähe zum Wasser gut aushalten ließ. Mittlerweile ist die Zeit der Dorfbrunnen längst Vergangenheit und auch die kunstfertig gearbeiteten Brunnentröge wären verschwunden, hätten sich nicht Unternehmer wie die Eheleute Gisela und Otto Lingens die Aufgabe gestellt, historischen Brunnen in anderer Umgebung neues Leben zu verleihen. Seit mehr als 30 Jahren ist die Firma Gebr. Lingens mit Sitz in Alfhausen-Thiene eine der führenden Anbieter historischer Brunnentröge in ganz Europa. Für ihre Kundschaft sammeln die Unternehmer historische Brunnen, Fragmente alter Tröge und Sandsteinplatten, lassen die zum Teil beschädigten Teile durch einen eigenen Steinmetz fachgerecht restaurieren und bauen die Brunnen schließlich mit einem modernen "Innenleben" am neuen Standort auf. Zum Sortiment gehören neben Marktbrunnen und Wandbrunnen, Schöpfbrunnen und Zierbrunnen. Eines haben alle Wasserspender gemeinsam: Sie bestehen aus Sandstein und verfügen über Wasserspeier, die handwerklich aus massiver Bronze gefertigt wurden. Alterungsspuren und Patina an den Steinen sind eine Selbstverständlichkeit. Sie verleihen den jeweiligen Brunnen einen besonderen Charme und den Hauch des Einzigartigen.

Westfalium, Heft Nr.35, Seite 49, Herbst 2010

Vom Charme historischer Brunnen

Alte Brunnen und Tröge aus Sandstein sind Dokumente einer längst vergangenen Zeit. Von ihnen geht etwas Besonderes aus, eine Art stoische Mystik, wie sie nur diese steinernen Zeugen zurückliegender Jahrhunderte ausstrahlen können. Wer sich so ein Stück Vergangenheit in seinen Garten holt, hat nicht nur einen zauberhaften Blickfang, sondern auch ein Stück bewahrte Kultur. Zwei die dem Charme dieser stummen Schwergewichtige hoffnungslos verfallen sind, sind Gisela und Otto Lingens. Schon vor 30 Jahren, als beide noch studierten, sammelten sie Sandsteinbrunnen und -futtertröge, trugen alles zusammen, was sie finden konnten, weil ihnen der Wert dieser alten Handwerksstücke bewusst war. Zudem wussten beide, dass der Sandstein als edler Naturstein für viele fast unerschwinglich war. Im Laufe der nächsten Jahre kamen hunderte alter Sandsteintröge, eine Vielzahl von historischen Ring-, Stadt- und Dorfbrunnen zusammen, die aus verschiedenen Teilen Deutschlands sowie vereinzelt aus dem Elsass stammten. Und so wurde aus der anfänglichen Sammelleidenschaft für Gisela und Otto Lingens ein Beruf. Ihre Sandsteinantiquitäten, die zwischen 100 und 400 Jahren alt sind, haben schon vielen Gärten ein verwunschenes Flair geschenkt. Mit verschiedenen Farbnuancen, seiner warmen Ausstrahlung und der schönen Patina hat Sandstein heute wieder viele Bewunderer gefunden. Oft verraten gerade diese Eigenschaften die Herkunft des Steins - sogar die Steinbrüche, die teilweise noch in Betrieb sind. So kamen die qualitativ besten Sandsteine von jeher aus dem Raum Ibbenbüren/Obernkirchen in Norddeutschland. Aber auch im Weserbergland, Frankenland und Odenwald werden schöne Sandsteine gebrochen. An mächtigen Pferdetränken und traumhaften Hof- und Marktbrunnen lässt sich die alte Steinmetzkunst der letzten Jahrhunderte eindrucksvoll dokumentieren. Sämtliche Sammlerstücke von Familie Lingens werden je nach Verschleiß vom eigenen Steinmetz und Restaurator liebevoll wieder instand gesetzt und fachgerecht restauriert. Die historischen Brunnen werden zum Komplettpreis, der auch ein modernes technisches "Innenleben" einschließt, beim Kunden vor Ort installiert. Auch wer nach historischen Baustoffen sucht, wird bei den Lingens´ fündig. Zur Restauration von alten Häusern, Villen, Landhäusern und Klöstern reicht das spezielle Angebot von Sandsteinplatten über Herdfeuer bis zu kompletten Toreinfahrten.

Klocke-Verlag GmbH Country Style, Heft 19, 2002, Seite 76

Ein Quell der Freude

Historische Brunnen sind ein außergewöhnlicher Blickfang für jeden Garten. Gisela und Otto Lingens restaurieren alte Sandsteinbrunnen und installieren sie mit moderner Technik in Privatgärten, vor Schlössern und auf Dorfplätzen. Aus dem bronzenem Auslauf plätschert leise das Wasser in das Auffangbecken aus rötlich schimmerndem Sandstein. Die letzten Handgriffe des Restaurators sind getan. Schon bald wird der historische Schöpfbrunnen, der vo einigen hundert Jahren den Marktplatz einer Kleinstadt oder das Anwesen eines Gutsbesitzers geziert hat, seinen Platz im Garten eines Unternehmers in der Nähe von Bremen finden. Die Firma Otto Lingens GbR aus Balkum bei Bramsche sammelt seit mehr als dreißig Jahren Sandsteinbrunnen oder deren Fragmente in ganz Deutschland, um sie zu restaurieren und, mit modernster Technik ausgestattet, an Privatkunden oder Gemeinden zu verkaufen. Sie ist auf dem deutschen Markt einer der führenden Anbieter für historische Brunnen. Angefangen hat alles während des Studiums von Dr. Otto Lingens. der Romanist handelte mit Antiquitäten, um sich ein paar Mark hinzuzuverdienen. Dabei stieß er auch auf Brunnen. Das Naturprodukt Sandstein, das in seinen vielfältigen Färbungen von seiner Herkunft erzählt, faszinierte ihn schon damals. Außerdem war ihm klar, dass allein das Material sehr kostbar ist. Die Sammelleidenschaft packte ihn und seine spätere Frau Gisela Lingens. Im laufe der Jahre trugen die beiden Hunderte alter Sandsteintröge und eine Vielzahl von historischen Ring-, Stadt- und Dorfbrunnen zusammen, die aus verschiedenen Teilen Deutschlands und vereinzelt aus dem Elsass stammten. In den 70er Jahren waren die Brunnen vielen Bauern oder Kleinstädten einfach bei Renovierungen im Weg. "Damals hatten mich viele für verrückt erklärt, dass ich die alten Steine wegschleppe und dafür noch etwas bezahle", erinnert sich Dr. Lingens. Schließlich war der logistische Aufwand groß, wogen die Sammelstücke doch häufig mehrere Tonnen. Doch der Student hatte ein gutes Näschen bewiesen. Allein der Materialwert übersteigt heute ein Vielfaches der damals gezahlten Preise, historische Fundstücke sind auf dem Markt kaum noch zu bekommen. Dr. Lingens verdient seinen Lebensunterhalt heute als Unternehmensberater. Doch die Restaurierung der Brunnen ließ ihn über all die Jahre nicht los. Auch seine Frau Gisela Lingens und die vier Söhne begeisterten sich für die Sammlung. Drei Angestellte arbeiten für die Otto Lingens GbR, darunter zwei Steinmetze. Moderne Baumaschinen wurden angeschafft, um den Transport der tonnenschweren Lasten zu erleichten. Überall auf dem romantischen Bauernhof der Lingens in Balkum lagern die Fundstücke: Tröge, Becken und Wasserspeier, Säulen und Zierrat. Viele Brunnen sind aufgebaut, so dass sich Besucher (nach Voranmeldung) ein Bild davon machen können, was in ihren eigenen Garten passieren könnte. Es gibt Ringbrunnen, Marktbrunnen, Wandbrunnen, Schöpfbrunnen und Zierbrunnen. Da ist zum Beispiel ein alter Ringbrunnen aus gelben und bräunlichem Elbsandstein, der zwischen 1700 und 1725 gebaut wurde. Mit einer Mittelsäule von 1,75 Meter und einem Durchmesser von 1,35 Meter ist es ein stattlicher Brunnen, der einen großen Garten, einen Park oder auf einem Vorplatz ein romantisches Ambiente verleihen könnte. Für sein Alter ist das Stück außergewöhnlich gut erhalten, es waren nur wenige Restaurierungen nötig. Da die Restauratoren der Firma Lingens ausschließlich mit altem Sandstein arbeiten, werden die restaurierten Stellen bald mit Patina überzogen und kaum noch zu erkennen sein. Aber es gibt auch kleine Wandbrunnen, die mit Becken von 60 x 60 x 44 Zentimetern einen besonderen Akzent in kleineren Gärten setzen können. Bei den Wand- und Zierbrunnen sind oft die Wasserspeier besonders schön gearbeitet: Löwenköpfe und Fische sind häufige Motive. Originell ist auch ein etwa 150 Jahre alter Waschbrunnen aus rötlich braunem Sandstein. Am Rand des 2,30 Meter langen Beckens sind noch die Gebrauchsspuren vom Waschen und Kneten zu erkennen. Die alten Brunnen erzählen Geschichten: von den Mühen der Waschweiber, von Pferden und Rindern, die aus mächtigen Tränken soffen - oder auch nur vom Wert des Wassers, als es noch nicht in jedem Haushalt aus der Leitung floss. Man kann sich vorstellen, wie Mädchenauf dem Brunnenrand hockten, um sich ein wenig auszuruhen, bevor sie die Eimer nach Hause trugen, wie Kinder rund um den Brunnen spielte, Dorftrasch ausgetauscht wurde. Die genaue Herkunft der Fundstücke kann Dr. Otto Lingens meist nicht rekonstruieren, doch kann er vom Aufbau des Brunnens auf seine ursprüngliche Funktion schließen, und vom Material auf die Herkunftsregion. Die qualitativ besten Sandsteine kamen von jeher aus dem Raum Ibbenbüren und Obernkirchen am Bückeberg. Aber auch im Weserbergland und Odenwald finden sich Steinbrüche, die zum Teilheute noch in Betrieb sind. Nach dem Fall der Mauer konnten die Lingens auch Sammelstücke aus Elbsandstein aufkaufen. Die verschiedenen warmen Farbnuancen zwischen beige, rot und braun und die interessante Textur verleihen dem Sandstein eine besondere Note. Im Vergleich zu Granit oder Marmor setzt Sandstein schneller eine Patina an, zum Beispiel durch Moose. Dem Stein schadet das nicht, für die Ästhetik ist es von Vorteil, denn dadurch wirkt das Stück noch romantischer und mit dem Garten verwachsen, als hätte es schon immer dort gestanden. Alle Brunnen werden von der Firma Lingens mit einer Energie und Wasser sparenden Technik ausgestattet. Früher waren die Brunnen selbstverständlich Durchlaufbrunnen, heute zirkuliert das Wasser. Für die Restaurierung, Lieferung und Installation wird ein Komplettpreis vereinbart. Billig sind die Brunnen nicht-dafür sind sie zu kostbar. Doch mit Preisen ab knapp 1.000 Euro sind sie günstiger, als es neue, handwerklich erstellte Brunnen wären. Kunden sind heute hauptsächlich Privatleute mit einem Faible für Gärten und alte Fundstücke. Als die Gemeinden noch weniger knapp bei Kasse waren, kauften auch Kleinstädte oder Dörfer Brunnen bei Lingens, um ihren Dorfplatz wieder das Ambiente früherer Zeiten zu schenken. Selbst in Portugal stehen Brunnen, die einst auf dem Hof in Balkum auf einen neuen Standort harrten. Auch manche Brunnen vor Schlössern - zum Beispiel Rüdesheim, oder Bückeburg - standen nicht immer dort, sondern wurden von der Firma Lingens an Stelle eines einst abgerissenen Brunnes errichtet. Wo auch immer das Wasser aus bronzenen Rohren, Fischmündern oder Löwenköpfen in die Sandsteintröge sprudelt: Es ist ein Anblick, der Beschaulichkeit vermittelt. Wasser spendet Leben. Das ist uns heute, wo Wasser überall im Überfluss zur Verfügung zu stehen scheint, längst nicht mehr so bewusst wie den Menschen vor Hunderten von Jahren. Doch noch immer berührt der Anblick des plätschernden Wassers. Und beruhigt.

Ursula Pfennig, Westfalium, Heft Nr. 22, Seite 92-95, 2007